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Vertriebs-Cadence — wie ein fester Takt dafür sorgt, dass kein Interessent liegen bleibt.
Die meisten Anfragen gehen nicht an der Konkurrenz verloren, sondern daran, dass sich niemand ein zweites Mal meldet. Eine Vertriebs-Cadence legt fest, wann welcher Schritt fällig ist — und nimmt dem Team das Merken ab.

Eine Vertriebs-Cadence ist eine festgelegte Abfolge von Kontaktschritten — Anruf, E-Mail, Termin, Nachfassen — mit klaren Abständen dazwischen. Sie beantwortet für jeden Interessenten die Frage: Was ist der nächste Schritt, und wann ist er fällig? Im Kleinbetrieb ersetzt sie das Gedächtnis des Verkäufers, im größeren Team sorgt sie dafür, dass alle gleich gründlich arbeiten.
Warum ein fester Takt mehr bringt als guter Wille
Jeder im Vertrieb kennt die Situation: Ein Angebot geht hinaus, der Kunde meldet sich nicht, und nach zwei Wochen fällt auf, dass niemand nachgefasst hat. Das liegt selten an fehlendem Einsatz. Es liegt daran, dass die nächste Anfrage dringender wirkt als die letzte.
Eine Cadence verschiebt die Entscheidung nach vorne. Statt bei jedem Kontakt neu zu überlegen, ob jetzt ein Anruf passt, ist der Ablauf einmal vereinbart. Das hat drei Folgen:
Nichts geht verloren. Jeder Interessent steht in einer Sequenz mit einem fälligen Schritt. Fällt ein Schritt aus, ist das sichtbar.
Der Rhythmus passt zum Kunden. Zu häufiges Nachfragen nervt, zu seltenes wirkt desinteressiert. Ein geplanter Abstand trifft beides besser als das Bauchgefühl am Freitagnachmittag.
Das Ergebnis wird vergleichbar. Wenn alle nach demselben Muster arbeiten, sehen Sie, welcher Schritt wirkt und an welcher Stelle Gespräche abreißen.
Wie eine Vertriebs-Cadence aufgebaut ist
Eine Cadence hat vier Bestandteile: den Auslöser, die Schritte, die Abstände und das Ende.
Der Auslöser ist das Ereignis, mit dem die Sequenz startet. Typisch sind eine Anfrage über das Kontaktformular, ein Gespräch auf einer Messe oder ein verschicktes Angebot.
Die Schritte sind die einzelnen Kontaktpunkte. Ein Anruf, eine kurze E-Mail mit einer Referenz, ein Hinweis auf einen Termin vor Ort, ein letzter Anruf.
Die Abstände bestimmen das Tempo. Nach einer Anfrage über die Website gilt: schnell reagieren, am selben oder nächsten Werktag. Nach einem Angebot darf der Abstand größer sein, weil der Kunde Zeit zum Prüfen braucht.
Das Ende ist genauso wichtig wie der Anfang. Eine Sequenz endet, wenn der Kunde zusagt, absagt oder nach dem letzten Schritt nicht reagiert. Wer kein Ende definiert, telefoniert monatelang Kontakten hinterher, die längst entschieden haben.
Drei Beispiele aus dem Mittelstand
Elektrobetrieb nach einer Anfrage zur Photovoltaik. Tag 1: Rückruf, Termin für die Besichtigung vereinbaren. Nach der Besichtigung: Angebot innerhalb weniger Tage. Eine Woche danach: Anruf mit der Frage, ob noch etwas offen ist. Zwei Wochen danach: E-Mail mit Hinweis auf Förderfristen. Danach: Sequenz schließen und Grund festhalten.
Werbeagentur nach einem Erstgespräch. Am Tag danach: kurze Zusammenfassung per E-Mail. Nach einer Woche: Konzeptskizze schicken. Wieder eine Woche später: Anruf, um Fragen zu klären. Wenn keine Reaktion kommt: freundliche Abschlussnachricht, die die Tür offenlässt.
Großhändler mit Bestandskunden. Hier dreht sich die Cadence nicht um Neukunden, sondern um Wiederbestellungen. Ein Schritt pro Quartal: Anruf beim Einkäufer, Hinweis auf neue Sortimente, Besuch beim nächsten Termin in der Region.
Allen drei gemeinsam: Die Abfolge ist einfach genug, dass sie im Alltag auch wirklich eingehalten wird.
Häufige Fehler bei der Vertriebs-Cadence
Zu viele Schritte. Zehn Kontaktpunkte in drei Wochen wirken aufdringlich. Vier bis sechs Schritte reichen für die meisten Situationen im B2B.
Nur ein Kanal. Wer ausschließlich E-Mails schreibt, landet leicht im Posteingang, der ohnehin überquillt. Ein Wechsel zwischen Telefon, E-Mail und persönlichem Termin wirkt natürlicher.
Vorlagen ohne Bezug. Die E-Mail im dritten Schritt sollte auf das Gespräch Bezug nehmen, das stattgefunden hat. Eine Cadence gibt den Takt vor, nicht den Text.
Keine Rückmeldung ins System. Wenn der Kunde am Telefon sagt, er entscheide erst im Frühjahr, muss die Sequenz pausieren. Sonst ruft der Kollege in drei Tagen wieder an.
Was ein CRM bei der Cadence übernimmt
Mit Zettel und Outlook-Erinnerung lässt sich eine Cadence für zehn Interessenten führen. Für fünfzig wird es unübersichtlich, für zweihundert unmöglich. Ein CRM übernimmt drei Dinge:
Es erinnert. Jeder Schritt wird als Aufgabe mit Fälligkeitsdatum angelegt. Wer morgens seine Liste öffnet, sieht, wen er heute anrufen soll. Im Lead-Management von 1Tool gibt es dafür automatische Erinnerungen und Wiedervorlagen, damit kein Interessent aus dem Blick gerät.
Es merkt sich den Verlauf. Vor dem dritten Anruf sehen Sie, was beim ersten besprochen wurde, welche E-Mail rausging und welches Angebot offen ist. Die Kontakthistorie bündelt das an einem Ort, auch wenn mehrere Kollegen mit demselben Kunden sprechen.
Es startet Schritte selbst. Wenn ein Angebot verschickt oder eine Frist erreicht wird, kann eine Regel automatisch die nächste Aufgabe anlegen oder eine E-Mail auslösen. In 1Tool laufen solche Regeln über die Workflows: Ein Auslöser wie eine abgelaufene Frist oder ein angenommenes Angebot führt zu einer Aktion wie „Aufgabe erstellen" oder „E-Mail senden".
Wichtig bleibt: Das System gibt den Takt vor, das Gespräch führt der Mensch. Die beste Cadence nützt nichts, wenn der Anruf klingt, als lese jemand von einem Zettel ab.
So führen Sie eine Vertriebs-Cadence ein
- Mit einem Anlass beginnen. Nehmen Sie den häufigsten Fall — etwa Anfragen über die Website — und legen Sie dafür eine Sequenz fest.
- Schritte schriftlich festhalten. Welcher Kanal, welcher Abstand, wer ist zuständig, wann endet die Sequenz?
- Im CRM abbilden. Aufgaben mit Fälligkeit, Vorlagen für die E-Mails, eine Phase in der Verkaufschancen-Übersicht.
- Nach einigen Wochen prüfen. An welchem Schritt antworten Kunden? Wo brechen Gespräche ab? Passen Sie die Abstände an.
- Dann erweitern. Eine zweite Sequenz für Angebote, eine dritte für Bestandskunden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cadence und Pipeline?
Die Pipeline zeigt, in welcher Phase sich ein Geschäft befindet — etwa Erstkontakt, Angebot, Verhandlung. Die Cadence beschreibt, mit welchen Kontaktschritten Sie ein Geschäft von einer Phase in die nächste bringen.
Wie viele Schritte sollte eine Vertriebs-Cadence haben?
Im B2B-Geschäft von KMU reichen meist vier bis sechs Schritte über zwei bis vier Wochen. Mehr wirkt schnell aufdringlich, weniger lässt Chancen liegen.
Ist eine automatisierte Cadence mit der DSGVO vereinbar?
Ja, wenn die Rechtsgrundlage stimmt. Wer selbst angefragt hat, darf zur Anfrage kontaktiert werden. Für Werbe-E-Mails an Kontakte ohne bestehende Beziehung brauchen Sie in Österreich und Deutschland in der Regel eine Einwilligung.
Lohnt sich eine Cadence auch für kleine Betriebe?
Gerade dort. Wo zwei Personen Vertrieb, Angebot und Ausführung gleichzeitig machen, ist das Nachfassen der Schritt, der am häufigsten ausfällt.
Wenn Sie Ihren Vertriebstakt in einem System abbilden möchten, das auch Angebote, Aufgaben und Kundenhistorie kennt, lohnt ein Blick auf 1Tool. Bei der Einrichtung unterstützen wir Sie gern — sprechen Sie uns an.