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Customer Data Platform — was dahintersteckt und was ein KMU davon wirklich braucht.

Kundendaten liegen im Shop, im Newsletter-Tool, in der Buchhaltung und im Postfach. Eine Customer Data Platform verspricht, alles zu einem Bild zusammenzuführen. Für viele mittelständische Betriebe führt der Weg dorthin aber nicht über ein eigenes CDP-Projekt.

Mehrere Hände legen große weiße Puzzleteile auf einem Holztisch zusammen

Eine Customer Data Platform (CDP) ist eine Software, die Kundendaten aus vielen Quellen sammelt, Dubletten zusammenführt und daraus pro Kunde ein einheitliches Profil bildet. Andere Systeme — Marketing, Vertrieb, Service — greifen auf dieses Profil zu. Für Konzerne mit Dutzenden Datenquellen ist das ein eigenes Großprojekt. Für die meisten KMU ist die eigentliche Frage einfacher: Wie bekomme ich meine Kundendaten an einen Ort?

Das Problem hinter dem Begriff

Der Begriff klingt technisch, das Problem ist alltäglich. Ein Beispiel aus dem Handel: Eine Kundin kauft im Onlineshop, meldet sich zum Newsletter an, ruft wegen einer Reklamation an und bestellt später telefonisch nach. Daraus entstehen vier Datensätze in vier Programmen — mit leicht unterschiedlicher Schreibweise des Namens und zwei verschiedenen E-Mail-Adressen.

Die Folgen sind bekannt:

  • Der Newsletter wirbt für ein Produkt, das die Kundin gerade reklamiert hat.
  • Der Außendienst weiß nichts von der offenen Rechnung.
  • Niemand kann sagen, wie viel Umsatz dieser Kunde über alle Kanäle hinweg macht.
  • Bei einer Auskunftsanfrage nach DSGVO muss man in vier Systemen suchen.

Eine Customer Data Platform setzt genau hier an: Sie erkennt, dass die vier Datensätze dieselbe Person beschreiben, und führt sie zusammen.

Was eine Customer Data Platform technisch tut

Vereinfacht arbeitet eine CDP in vier Schritten:

Sammeln. Daten aus Shop, Website, E-Mail-Marketing, Kasse, Service und Buchhaltung laufen über Schnittstellen in die Plattform.

Abgleichen. Die CDP erkennt, welche Datensätze zur selben Person oder Firma gehören — über E-Mail-Adresse, Kundennummer, Telefonnummer oder Kombinationen davon.

Zusammenführen. Aus den abgeglichenen Datensätzen entsteht ein Profil mit allen Interaktionen und Merkmalen.

Bereitstellen. Andere Systeme nutzen das Profil, etwa um Zielgruppen für Kampagnen zu bilden oder dem Service die Kaufhistorie anzuzeigen.

Braucht ein KMU eine eigene CDP?

Ehrliche Antwort: meistens nicht. Eine eigenständige CDP lohnt sich vor allem dann, wenn

  • sehr viele Datenquellen bestehen, die nicht ersetzt werden können,
  • große Mengen an Verhaltensdaten anfallen, etwa aus Apps oder Websites mit hohem Verkehr,
  • ein eigenes Team da ist, das Datenmodelle pflegt.

Im typischen mittelständischen Betrieb in Österreich oder Deutschland trifft das selten zu. Dort liegt das Problem weniger darin, dass zu viele Daten anfallen, sondern darin, dass zu viele Programme im Einsatz sind, die nicht miteinander sprechen. Eine weitere Software obendrauf löst das nicht, sie fügt eine weitere Ebene hinzu.

Die Alternative: weniger Systeme, ein Kundenprofil

Der pragmatischere Weg für KMU heißt: die Zahl der Datensilos verringern. Wenn Kontaktverwaltung, Angebote, Rechnungen, Newsletter, Tickets und Projekte in einer Plattform laufen, entsteht das einheitliche Kundenprofil ganz von selbst — weil es nur einen Datensatz pro Kunde gibt.

Das hat drei Vorteile gegenüber einer nachgeschalteten CDP:

Kein Abgleich nötig. Was nicht doppelt angelegt wird, muss nicht zusammengeführt werden.

Daten sind sofort aktuell. Eine neue Adresse, im Service erfasst, gilt sofort auch für die Rechnung.

Weniger Schnittstellen, weniger Fehlerquellen. Jede Synchronisation kann ausfallen. Wo nichts synchronisiert werden muss, fällt auch nichts aus.

Für Quellen, die bleiben — etwa die Buchhaltung beim Steuerberater oder ein bestehender Webshop —, braucht es dann gezielte Schnittstellen statt einer zusätzlichen Plattform.

Wie Sie Ihre Kundendaten zusammenführen

1. Bestandsaufnahme. Listen Sie auf, wo heute Kundendaten liegen: Programme, Tabellen, Postfächer, Papier. Sie werden überrascht sein, wie lang die Liste wird.

2. Führendes System festlegen. Welches System soll künftig die Wahrheit über einen Kunden enthalten? Alle anderen liefern zu oder werden abgelöst.

3. Dubletten bereinigen. Vor dem Import Doppelte zusammenführen. Das ist mühsam, aber einmalig.

4. Pflichtfelder definieren. Welche Angaben braucht jeder Kontakt mindestens? Firma, Ansprechperson, E-Mail, Zuständiger im Haus.

5. Schnittstellen für den Rest. Systeme, die bleiben, über Schnittstellen anbinden, damit Daten nicht wieder auseinanderlaufen.

6. Rechte und Löschfristen festlegen. Wer darf welche Daten sehen? Wann werden Daten ehemaliger Interessenten gelöscht? Ein zentrales Profil macht DSGVO-Pflichten leichter erfüllbar, weil Auskunft und Löschung an einer Stelle passieren.

Typische Stolpersteine beim Zusammenführen

Unterschiedliche Schreibweisen. „Müller GmbH", „Mueller GmbH" und „Müller Ges.m.b.H." sind für ein Programm drei verschiedene Firmen. Legen Sie Regeln fest, wie Firmennamen, Rechtsformen und Adressen geschrieben werden.

Firma oder Person? Im B2B-Geschäft gehört eine Ansprechperson zu einer Firma, kann aber wechseln. Wer Personen und Firmen getrennt führt und verknüpft, behält die Historie, auch wenn jemand das Unternehmen verlässt.

Veraltete Daten. Beim Zusammenführen tauchen Kontakte auf, mit denen seit Jahren niemand gesprochen hat. Nutzen Sie die Gelegenheit, um sie zu prüfen und — wo keine Grundlage mehr besteht — zu löschen.

Zu viele Felder. Jede Abteilung möchte eigene Angaben erfassen. Ein Profil mit hundert Feldern pflegt niemand. Beginnen Sie mit den Feldern, die tatsächlich genutzt werden.

Kundendaten zentral in 1Tool

In 1Tool ist die Kontaktverwaltung das Basismodul, auf dem alle anderen Bereiche aufsetzen. Im Kontaktprofil sind Dokumente, Produkte, Newsletter, Angebote und Rechnungen eines Kunden auf einen Klick sichtbar, mit eigenen Feldern und Ansichten. Die Kontakthistorie zeigt, wer wann mit wem in Kontakt war. Für Systeme, die bestehen bleiben, gibt es Schnittstellen und Plugins — etwa zu BMD, RZL, SAP oder Outlook — sowie eine offene API.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CRM und Customer Data Platform?

Ein CRM ist das Arbeitswerkzeug für Vertrieb und Service: Kontakte, Aufgaben, Angebote. Eine CDP ist eine Datenschicht, die Profile aus vielen Systemen zusammenführt und bereitstellt. Ein CRM, in dem die meisten Prozesse laufen, übernimmt für KMU oft beide Aufgaben.

Ist eine Customer Data Platform DSGVO-konform?

Das hängt von der Umsetzung ab. Ein zentrales Profil erleichtert Auskunft und Löschung, braucht aber eine saubere Rechtsgrundlage für jede Datenquelle und klare Zugriffsrechte.

Wie lange dauert es, Kundendaten zusammenzuführen?

Die Bereinigung der Dubletten dauert meist länger als die technische Einrichtung. Planen Sie dafür bewusst Zeit ein — es ist der Schritt, der über die Qualität des Ergebnisses entscheidet.

Wer seine Kundendaten an einem Ort haben möchte, ohne ein weiteres System einzuführen, findet in 1Tool eine Plattform, in der das Kundenprofil durch die tägliche Arbeit entsteht.