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Sales Funnel — wo Ihnen auf dem Weg zum Auftrag Interessenten verloren gehen.

Der Verkaufstrichter zeigt, wie aus vielen Menschen, die Sie kennen, wenige werden, die kaufen. Wer die Übergänge misst, sieht, wo es sich lohnt anzusetzen.

Gläserner Trichter steckt in einer braunen Glasflasche, dahinter unscharf weitere Flaschen

Ein Sales Funnel (Verkaufstrichter) beschreibt die Stufen, die ein Mensch vom ersten Kontakt mit Ihrem Unternehmen bis zum Kauf durchläuft — und wie viele auf jeder Stufe übrig bleiben. Oben stehen alle, die von Ihnen erfahren; unten diejenigen, die einen Auftrag erteilen. Die Form des Trichters entsteht, weil auf jeder Stufe ein Teil abspringt. Ihr Ziel ist nicht, diese Verluste zu verhindern, sondern zu wissen, wo sie unnötig hoch sind.

Die Stufen eines Verkaufstrichters

In der Literatur finden sich viele Modelle mit drei bis acht Stufen. Für die Praxis eines KMU reicht eine einfache Gliederung in vier Abschnitte:

1. Aufmerksamkeit. Jemand nimmt Sie wahr — über eine Suchmaschine, ein Firmenfahrzeug, eine Empfehlung, einen Messestand.

2. Interesse. Die Person beschäftigt sich mit Ihrem Angebot: liest auf der Website, vergleicht, abonniert vielleicht einen Newsletter.

3. Entscheidung. Es gibt einen konkreten Austausch: Anfrage, Beratungsgespräch, Besichtigung, Angebot.

4. Kauf. Der Auftrag kommt. Und idealerweise folgt danach der Wiederkauf oder eine Empfehlung — der Trichter endet nicht mit der ersten Rechnung.

Für einen Fahrradhändler mit Werkstatt sieht das etwa so aus: Menschen sehen das Geschäft im Vorbeifahren oder finden es bei der Suche nach „E-Bike-Service". Ein Teil schaut auf die Website, ein Teil davon ruft an oder kommt zur Probefahrt, ein Teil davon kauft.

Funnel und Pipeline: zwei Blickwinkel

Der Funnel ist die Perspektive des Marktes und beantwortet die Frage: Wie viele Menschen bewegen sich durch welche Stufe? Die Sales Pipeline ist die Perspektive des Vertriebs: Welche konkreten Geschäfte liegen gerade auf dem Tisch? Beides gehört zusammen. Der Funnel zeigt, ob genug nachkommt; die Pipeline zeigt, was daraus wird.

Den Funnel messen

Ein Verkaufstrichter wird erst nützlich, wenn Sie die Übergänge zwischen den Stufen kennen. Dafür brauchen Sie für einen festen Zeitraum, etwa ein Quartal, vier Zahlen:

  • Besucher auf der Website oder Kontakte aus anderen Kanälen
  • Anfragen (Formular, Telefon, E-Mail)
  • versendete Angebote
  • erteilte Aufträge

Daraus ergeben sich drei Quoten: Wie viele Besucher fragen an? Wie viele Anfragen bekommen ein Angebot? Wie viele Angebote werden angenommen?

Wichtig ist der Vergleich über die Zeit, nicht mit fremden Branchenwerten. Wenn Ihre Angebotsquote von einem Quartal aufs nächste deutlich sinkt, ist das ein Signal — unabhängig davon, was andere Unternehmen erreichen.

Wo die Daten herkommen

Website-Besuche liefert Ihr Analysewerkzeug, sofern Besucher eingewilligt haben. Anfragen, Angebote und Aufträge sollten im CRM stehen. Entscheidend ist, dass jede Anfrage mit ihrer Quelle erfasst wird. Nur dann sehen Sie später, ob Empfehlungen besser abschließen als Suchmaschinen-Anfragen.

Hebel für jede Stufe

Oben: mehr passende Aufmerksamkeit

Nicht mehr Reichweite ist das Ziel, sondern mehr Reichweite bei den richtigen Leuten. Eine Gärtnerei in Graz gewinnt wenig, wenn sie in ganz Österreich gesehen wird. Lokale Sichtbarkeit in Suchmaschinen, ein gepflegtes Unternehmensprofil und Empfehlungen zufriedener Kunden bringen hier mehr.

Mitte: Interesse in Anfragen verwandeln

Viele Besucher würden anfragen, finden aber keinen einfachen Weg. Prüfen Sie: Ist auf jeder relevanten Seite klar, was der nächste Schritt ist? Ist das Formular kurz? Gibt es neben dem Formular eine Telefonnummer mit Erreichbarkeitszeiten?

Für Menschen, die noch nicht bereit sind anzufragen, eignen sich Angebote mit geringer Hürde: eine Checkliste, ein Newsletter, ein Rückrufservice. So bleiben Sie in Kontakt, bis der Bedarf konkret wird.

Unten: aus Angeboten Aufträge machen

Hier gehen erstaunlich viele Geschäfte verloren, und oft aus banalen Gründen: Das Angebot kam zu spät, war schwer verständlich, oder niemand hat nachgefasst. Ein klarer Ablauf mit Fristen — Angebot innerhalb von drei Werktagen, Nachfassen nach einer Woche — wirkt oft mehr als jede Werbekampagne.

Nach dem Kauf: der Trichter dreht sich

Bestandskunden kaufen wieder, wenn sie gut betreut werden, und empfehlen weiter. Wer nach dem Auftrag nachfragt, ob alles passt, und später an Wartung oder Erweiterung erinnert, füllt den Trichter von oben neu.

Typische Fehler

  • Nur oben ansetzen. Mehr Werbebudget hilft wenig, wenn unten die Angebote liegen bleiben.
  • Keine Quelle erfassen. Ohne Herkunft der Anfragen wissen Sie nicht, welcher Kanal sich lohnt.
  • Alle gleich behandeln. Wer gerade erst recherchiert, braucht etwas anderes als jemand, der morgen bestellen will.
  • Trichter mit der Rechnung enden lassen. Der Wert eines Kunden zeigt sich oft erst beim zweiten oder dritten Auftrag.

Häufige Fragen

Was ist ein Sales Funnel einfach erklärt?

Ein Modell, das zeigt, wie viele Menschen auf dem Weg vom ersten Kontakt bis zum Kauf auf jeder Stufe übrig bleiben. Es hilft, die Stellen zu finden, an denen unnötig viele Interessenten abspringen.

Wie viele Stufen hat ein Verkaufstrichter?

Es gibt kein festes Maß. Für KMU sind vier Stufen — Aufmerksamkeit, Interesse, Entscheidung, Kauf — ein guter Anfang. Wichtiger als die Zahl ist, dass Sie jede Stufe messen können.

Was ist der Unterschied zwischen Funnel und Pipeline?

Der Funnel zeigt Mengen und Quoten aus Sicht des Marktes, die Pipeline konkrete offene Geschäfte aus Sicht des Vertriebs. Beide ergänzen sich.

Wie verbessere ich meinen Sales Funnel?

Messen Sie zuerst die Übergänge zwischen den Stufen und setzen Sie dort an, wo die Quote am stärksten fällt. Oft liegt der größte Hebel beim Nachfassen von Angeboten, nicht bei mehr Werbung.

Den Funnel mit 1Tool abbilden

Mit Lead-Capture-Formularen landen Anfragen von der Website direkt im CRM. Wer noch nicht kaufbereit ist, bleibt über E-Mail-Marketing mit Double-Opt-in in Kontakt. Im Modul Verkaufschancen erfassen Sie Phasen und Quellen jeder Anfrage, und im Angebotsmanagement sehen Sie, welche Angebote noch offen sind und wo nachgefasst werden muss.